Sprachlandschaft Stadt

Wer die Straßen in Stadtteilen mit einem überdurchschnittlichen Anteil von Zuwanderern durchquert, sieht, neben den Menschen selber, auch andere visuelle Zeichen die zeigen, dass es sich um einen migrationsgeprägten Ort handelt. Die Buchstaben auf Ladenschildern sind in kyrillischer oder arabischer Schrift geschrieben, Werbeanzeigen sind in Sprachen verfasst, die in der Mehrheitsgesellschaft nicht flächendeckend beherrscht werden oder Produkte werden in möglichst authentischer Werbesprache angeboten. Kurzum, die visuell-schriftliche Komposition des Quartiers gibt einen Hinweis darauf, dass sich dort vermehrt Menschen aufhalten, die einen Migrationshintergrund haben. Zugleich ist es ein Indiz dafür, dass es sich bei Stadtteilen in denen vermehrt fremdsprachliche Schilder zu finden sind, um Ankunftsgebiet handelt. Allerdings muss das nicht sein, wie ethnical theme parks wie China Towns z.B. in den USA nahelegen (Bukow 2015). „Sprachlandschaft Stadt“ weiterlesen

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Was sich spiegelt, durchschaut nicht

Derzeit bahnt sich ein großer Streit um Deutschlands Mietspiegel und deren Erstellung an. Auslöser dafür ist der Mietspiegel in Berlin, der durch ein Gericht im Stadtteil Charlottenburg gekippt wurden. Die Begründung: Der Mietspiegel ist fehlerhaft, weil er nicht unter „anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen“ entstanden ist. Nun stellt sich natürlich die Frage, welche Auswirkungen dieses Urteil auf die anderen Mietspiegel in Deutschland hat. „Was sich spiegelt, durchschaut nicht“ weiterlesen

Analyse von Zeitungsartikeln als sozialwissenschaftliche Methode

Eine bislang wenig genutzte Quelle zur Analyse sozialwissenschaftlicher Fragestellungen sind Zeitungsartikel. Zeitungen haben mehrere Vorteile zugleich: sie erscheinen zumeist bereits über viele Jahre, sodass eine Auswertung über die Zeit (Längsschnittuntersuchung) möglich ist. Zudem sind Zeitungen oftmals in den großen Stadt-, … Analyse von Zeitungsartikeln als sozialwissenschaftliche Methode weiterlesen

Sozialer Wandel westdeutscher Großsiedlungen

Plattenbaugebiete verbindet man eher mit Ostdeutschland oder Osteuropa. Doch in den 1960er und 1970er Jahren wurden auch in den alten Ländern Großsiedlungen gebaut, denn damals herrschte Wohnungsnot. Die Bevölkerung, die zu Beginn in den Siedlungen wohnte, gehörte überwiegend der Mittelschicht an. Heute leben in zahlreichen Großsiedlungen Westdeutschlands eher armutsgefährdete Bevölkerungsgruppen, die Mittelschicht ist weggezogen. Beispiele solcher Entwicklungen sind München-Neuperlach oder Hamburg-Steilshoop. Wie der soziale Wandel verlief, möchte ich im Rahmen dieses Beitrags kurz skizzieren. „Sozialer Wandel westdeutscher Großsiedlungen“ weiterlesen

Was ist eigentlich „Gentrification“?

In diesem Beitrag möchte ich mich einem meiner zentralen Forschungsthemen widmen: Gentrification. In wissenschaftlichen wie auch in politischen oder alltäglichen Diskussionen fällt mir immer wieder auf, dass die Teilnehmer kein gemeinsames Verständnis um die Bedeutung des Begriffs zu haben scheinen. Mietsteigerungen, (internationale) Investoren, Verdrängung von Alteingesessenen oder auch eine teils rasante Veränderung des Images werden als Anzeichen für eine stattfindende Gentrification angeführt. Einen klaren Konsens scheint es nicht zu geben. Im Vergleich zu anderen Diskursen erscheinen diese dadurch um einiges diffuser.

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Was in der aktuellen Asyldebatte schnell vergessen wird

Die Debatte um Einwanderer in Deutschland beschäftigt sich momentan fast ausschließlich mit den Herausforderungen der steigenden Asylbewerberzahlen. Im gesamten Jahr 2014 wurden 202.834 Asylanträge in Deutschland gestellt, von denen 173.072 Erstanträge waren (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2015c). Diese Zahlen machten Deutschland im letzten Jahr zum größten Empfängerland von Asylbewerbern weltweit. Anteilig auf ihre Bevölkerungszahl berechnet nehmen zwar andere Länder mehr Bewerber auf (z.B. Schweden), aber dennoch sind die Zahlen durchaus beachtlich. Das erste Quartal 2015 weist zudem mit 85.394 gestellten Asylanträgen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen deutlichen Anstieg von 125,8% auf (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2015b). Nun wird die Diskussion um dieses Thema – jüngst noch einmal angefacht durch die Tragödien im Mittelmeer – bereits kontrovers geführt. Da ich hierzu nicht viel Neues beitragen kann, möchte ich stattdessen auf einen anderen Aspekt der derzeitigen Zuwanderung nach Deutschland hinweisen.

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