CfP: Partizipation, Inklusion und Interessenausgleich in nordrhein-westfälischen Stadtgesellschaften

Auch auf dem diesjährigen NRW-Dialogforum am 23./24. November wird es einen Track im Bereich Stadtentwicklung geben. Nachdem wir uns im letzten Jahr mit den Themenfeldern, Debatten und Strukturen der Integrationspolitik in NRW beschäftigt haben, soll es im kommenden Track um die kommunale Handlungsfähigkeit unter den Bedingungen des Strukturwandels und der sozialräumlichen Polarisierung gehen. Auch in diesem Jahr sind nicht nur Forscher zur Einreichung aufgefordert, sondern auch Akteure aus der Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung.

Viele Regionen in NRW, vor allem Städte des Ruhrgebietes, des bergischen Städtedreiecks, der ehemaligen Textilindustrie und auch die Städte entlang der Rheinschiene waren in den letzten Jahrzehnten von einem tiefgreifenden Strukturwandel betroffen. Obwohl der wirtschaftliche Wandel in vielen dieser Städte erfolgreich war, konnten nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen von den Anpassungsprozessen profitieren. Hohe Arbeitslosigkeit, mangelnde Integration zugewanderter Gruppen sowie Erwerbs- und Bildungsarmut führen zu einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, die sich in Form ausgeprägter Segregationstendenzen in den städtischen Räumen widerspiegelt. Sozialräumliche Problemlagen und der Sparkurs der letzten Jahre belasten die Kommunalfinanzen und reduzieren die kommunale Steuerungsfähigkeit.

Eine Lösung dieser Probleme kann nur über ein deutliches Mehr an Integration, Partizipation und Interessenausgleich auf kommunaler Ebene gelingen. Um diese universalistischen Werte in einer Stadtgesellschaft wieder zu stärken, muss auf allen Politikebenen das strategische Ziel „Ungleiches ungleich behandeln“ verfolgt werden. Dies betrifft sowohl räumliche (Quartiere) als auch personelle und institutionelle Ungleichheiten. Eine Durchsetzung dieses Grundsatzes kann gelingen indem man zeigt, dass bestehende Ressourcen durch bessere Steuerung noch gezielter und effizienter genutzt werden können.

Folgende Fragestellungen können im Track bearbeitet werden:

  • Wie kann man bestehende Ressourcen hierzu koordinierter und konzentrierter einsetzen (Überwindung des „Silo-Denkens“)?
  • Wie lässt sich bei knappen Ressourcen die Präventionsmaxime besser durchsetzen („Nah dran ist früh dran“)?
  • Wie lassen sich knappe Ressourcen durch Monitoring und Evaluation noch effektiver einsetzen („Statistik als strategische Ressource“)?
  • Wie können mehr Partizipation und Bürgerbeteiligung hierbei helfen?

Ziel dieses Tracks soll es sein, in einem „kollaborativen Verfahren“ zu einer zwischen Akteuren der Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ausgehandelten Handlungsmaxime zu kommen. Hierbei gilt: je konkreter diese Handlungsmaxime, desto erfolgreicher der Track.

Wir freuen uns auf interessante Einreichungen und einen spannenden Austausch.

Weitere Informationen zu Bewerbung, zum Format der Tracks und zum NRW-Dialogforum sind auf der Website des NRW-Dialogforums zu finden.

 

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