Was in der aktuellen Asyldebatte schnell vergessen wird

Die Debatte um Einwanderer in Deutschland beschäftigt sich momentan fast ausschließlich mit den Herausforderungen der steigenden Asylbewerberzahlen. Im gesamten Jahr 2014 wurden 202.834 Asylanträge in Deutschland gestellt, von denen 173.072 Erstanträge waren (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2015c). Diese Zahlen machten Deutschland im letzten Jahr zum größten Empfängerland von Asylbewerbern weltweit. Anteilig auf ihre Bevölkerungszahl berechnet nehmen zwar andere Länder mehr Bewerber auf (z.B. Schweden), aber dennoch sind die Zahlen durchaus beachtlich. Das erste Quartal 2015 weist zudem mit 85.394 gestellten Asylanträgen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen deutlichen Anstieg von 125,8% auf (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2015b). Nun wird die Diskussion um dieses Thema – jüngst noch einmal angefacht durch die Tragödien im Mittelmeer – bereits kontrovers geführt. Da ich hierzu nicht viel Neues beitragen kann, möchte ich stattdessen auf einen anderen Aspekt der derzeitigen Zuwanderung nach Deutschland hinweisen.

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Brauchen wir „Kultur“ zur Erklärung der Integration von Migranten?

Im Rahmen meiner Dissertation beschäftige ich mich mit der standardisierten Messung der Integration von Migranten. Vor diesem Hintergrund unterstelle ich eine objektive Realität, die man als solche auch objektiv messen kann. Demnach versuche ich, mich meinem Untersuchungsgegenstand möglichst unabhängig von meiner eigenen Meinung zu nähern. Dabei ist mir durchaus bewusst: So einfach ist die Welt zumeist nicht und ja, auch statistische Analysen garantieren keine objektiven Erkenntnisse. Dennoch: Wollen wir zuverlässige und generalisierbare Aussagen über Gruppen von Menschen treffen, sind wir auf statistische Auswertungen angewiesen. Zudem sollte man sich zumindest einigen können, worüber man redet, wenn man sinnvoll über ein Thema diskutieren möchte. Wenn jeder unter einem Begriff etwas Anderes versteht, wird eine Diskussion nie zu einem konstruktiven Ende gelangen.

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