Flüchtlingsunterbringung: Perspektiven der Stadt- und Migrationsforschung

Wer in den letzten Wochen die Zeitung aufgeschlagen, Nachrichten gesehen oder mit Freunden und Familienangehörigen gesprochen hat, der sah sich höchstwahrscheinlich mit dem Thema Flüchtlinge konfrontiert. Die Diskussionen beziehen sich dabei auf die Anzahl der Geflüchteten, wie sie untergebracht und in unsere Gesellschaft integriert werden können oder sollen. „Flüchtlingsunterbringung: Perspektiven der Stadt- und Migrationsforschung“ weiterlesen

Möglichkeiten quantitativer Segregationsforschung

In diesem Beitrag stelle ich die Möglichkeiten der Forschung zur Segregation in deutschen Städten anhand von drei Artikeln dar. Diese zählen zu den aktuellsten Publikationen in internationalen Zeitschriften und geben demnach einen guten Einblick in die Möglichkeiten, Grenzen und Probleme der quantitativen Segregationsforschung in Deutschland.  „Möglichkeiten quantitativer Segregationsforschung“ weiterlesen

Sozialraumanalyse mit Daten der amtlichen Statistik

Um Phänomene wie Gentrification oder Segregation und ihre Auswirkungen, z.B. in Form von Kontexteffekten, zu untersuchen, wird oftmals auf sog. Sozialraumanalysen zurückgegriffen. Für die Sozialraumanalyse besteht keine einheitliche Definition, doch zu verstehen ist sie, grob gesagt, als genauere Untersuchung kleinräumiger Phänomene.

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Was leisten Ankunftsgebiete für die Stadtgesellschaft?

(Beitrag von Sebastian Kurtenbach & Jan Üblacker)

Wie gut kann man in Deutschland leben? Um dieser Frage nachzugehen kommt Angela Merkel am 25. August nach Duisburg Marxloh, einen Stadtteil im Ruhrgebiet, der zuletzt von der Polizei als No-Go-Area bezeichnet wurde. Offene Bedrohung von Polizeibeamten, Probleme in der gesundheitlichen Versorgung und Bandenkriminalität sind nur einige Probleme, die häufig in einem Atemzug mit Marxloh genannt werden.

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Die Messung ethnischer Segregation

Die Ungleichverteilung von Merkmalen über einen geografischen Raum ist Gegenstadt nicht allein der soziologischen Stadtforschung, sondern ebenso der Raumplanung, Geografie oder Politikwissenschaft. Grundlegende Fragestellungen zielen zum einen auf die Ursachen und zum anderen auf die Wirkungen einer Ungleichverteilung ab. Flankierend … Die Messung ethnischer Segregation weiterlesen

Was in der aktuellen Asyldebatte schnell vergessen wird

Die Debatte um Einwanderer in Deutschland beschäftigt sich momentan fast ausschließlich mit den Herausforderungen der steigenden Asylbewerberzahlen. Im gesamten Jahr 2014 wurden 202.834 Asylanträge in Deutschland gestellt, von denen 173.072 Erstanträge waren (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2015c). Diese Zahlen machten Deutschland im letzten Jahr zum größten Empfängerland von Asylbewerbern weltweit. Anteilig auf ihre Bevölkerungszahl berechnet nehmen zwar andere Länder mehr Bewerber auf (z.B. Schweden), aber dennoch sind die Zahlen durchaus beachtlich. Das erste Quartal 2015 weist zudem mit 85.394 gestellten Asylanträgen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen deutlichen Anstieg von 125,8% auf (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2015b). Nun wird die Diskussion um dieses Thema – jüngst noch einmal angefacht durch die Tragödien im Mittelmeer – bereits kontrovers geführt. Da ich hierzu nicht viel Neues beitragen kann, möchte ich stattdessen auf einen anderen Aspekt der derzeitigen Zuwanderung nach Deutschland hinweisen.

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Brauchen wir „Kultur“ zur Erklärung der Integration von Migranten?

Im Rahmen meiner Dissertation beschäftige ich mich mit der standardisierten Messung der Integration von Migranten. Vor diesem Hintergrund unterstelle ich eine objektive Realität, die man als solche auch objektiv messen kann. Demnach versuche ich, mich meinem Untersuchungsgegenstand möglichst unabhängig von meiner eigenen Meinung zu nähern. Dabei ist mir durchaus bewusst: So einfach ist die Welt zumeist nicht und ja, auch statistische Analysen garantieren keine objektiven Erkenntnisse. Dennoch: Wollen wir zuverlässige und generalisierbare Aussagen über Gruppen von Menschen treffen, sind wir auf statistische Auswertungen angewiesen. Zudem sollte man sich zumindest einigen können, worüber man redet, wenn man sinnvoll über ein Thema diskutieren möchte. Wenn jeder unter einem Begriff etwas Anderes versteht, wird eine Diskussion nie zu einem konstruktiven Ende gelangen.

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Ankunftsgebiete

Seit meiner Masterarbeit an der Ruhr-Universität Bochum widme ich mich unter anderem der Frage, wieso in manche Gebiete mehr zugewandert wird, als in andere. Oftmals ist zu hören, dass Zuwanderer dorthin gehen würden, wo andere Migranten ebenfalls wohnen – Gleich und Gleich gesellt sich gern. So einfach ist jedoch nicht, wenn wir berücksichtigen das es auch Stadtteile gibt die relativ wenig Fluktuation verzeichnen und trotzdem eine relativ große Migrantenpopulation aufweisen. Bei einem Blick in die sozialwissenschaftliche Literatur findet sich in einem der Klassiker der Stadtsoziologe, „The City – Suggestions for Investigation of Human Behavior in the urban Enviroment“ von Burgess aus dem Jahr 1925, das Modell des idealtypischen Aufbaus von Städten. Wenn auch dieses Modell mittlerweile nicht mehr aktuell ist, findet sich jedoch mit der „zone in tranistion“ ein interessanter und auffällig aktuelles Thema. Dorthin wird zugewandert. Bereits vor rund 100 Jahren wurden Ankunftsgebiete also erkannt. Aber was macht ein Stadtteil zu einem Ankunftsgebiet? In diesem Beitrag möchte ich, ähnlich wie an anderer Stelle, dieser Frage nähern. „Ankunftsgebiete“ weiterlesen