Wo die AfD erfolgreich ist: Eine Spurensuche

Seit September 2017 sitzt die noch relativ junge Partei, Alternative für Deutschland (AfD), in Fraktionsstärke im Deutschen Bundestag. Viel diskutiert sind ihre rechtspopulistischen Äußerungen, welche häufig von fremdenfeindlichen Argumenten oder Behauptungen geprägt sind. Getragen ist ihr Erfolg durch die Skepsis gegenüber der Aufnahme Geflüchteter und dem Euro. Um aber 12,6 % der Zweitstimmen bei einer Bundestagswahl, welche eine relativ hohe Wahlbeteiligung hatte, zu erreichen, muss sie in der Fläche erfolgreich sein und nicht allein in einigen wenigen Hochburgen. In diesem Beitrag möchte ich, basierend auf empirischem Material aus zwei Feldforschungen zu zwei sehr unterschiedlichen Orten, auf eine Spurensuche gehen, wie diese Wirkung in der Fläche zu erreichen war.

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Nachbarschaftshilfe in der Corona-Krise

Während die Fieberkurve der Zahlen der Infizierten mit dem Coronavirus täglich dramatisch steigt, die Märkte einbrechen und die politischen Verantwortungsträger im angespannten Krisenmodus arbeiten, scheint es so, als würden Menschen ihre Nachbarn wiederentdecken und solidarisch werden. Bilder von Aushängen für nachbarschaftliche Unterstützung im Quarantänefall machen die Runde, ebenso Medienberichte über Online-Foren zur nachbarschaftlichen Unterstützung im Krisenfall. In diesem Beitrag möchte ich anhand von vier Thesen diese Entwicklung diskutieren, geleitet von der Frage, ob die zu sehende nachbarschaftliche Unterstützung etwas Neues ist und wer von der Solidarität profitiert und wer nicht.

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Die vier Formen der Verdrängung

Die deutsche Gentrification-Forschung hat sich über lange Zeit intensiv mit Fragen der Messung von Gentrification und der Analyse der verschiedenen Trägergruppen (beispielhaft: Pioniere, Gentrifier) beschäftigt. Während sich die Betrachtung der Aufwertungsprozesse stetig weiterentwickelte und in verschiedene Dimensionen  ausdifferenzierte, wurde die Untersuchung von Ursachen und Folgen aufwertungsbedingter Verdrängung lange Zeit vernachlässigt. „Die vier Formen der Verdrängung“ weiterlesen

Gentrification in Deutschland: Befundlage und Forschungsbedarf

Die deutsche Gentrification-Forschung setzt sich aus einer Vielzahl bisher relativ unverbundener Einzelfalluntersuchungen zusammen, die häufig nur einen empirischen Querschnitt im jeweiligen Untersuchungsgebiet abbilden. Längsschnittuntersuchungen finden gar nicht oder in vergleichsweise kurzen Zeiträumen statt. Dieser Mangel an verfügbaren kleinräumigen Individualdaten im Zeitverlauf gerät insbesondere im Hinblick auf Theoriegenese und kausale Erklärungen für den Wandel von Wohngebieten zum Problem. „Gentrification in Deutschland: Befundlage und Forschungsbedarf“ weiterlesen

The Codes of the Street in Risky Neighborhoods: Ergebnisse eines internationalen Forschungsprojektes

An anderer Stelle habe ich von einem laufenden Forschungsprojekt berichtet, welches sich dem Konzept des code of the street bedient. In diesem haben wir gewaltbezogene Normen junger Männer mittels qualitativer Interviews in sogenannten riskanten Stadtteilen in verschiedenen Ländern untersucht und verglichen. Die Ergebnisse liegen nun vor, die ich gerne an dieser Stelle zugänglich machen möchte.

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Nachbarschaft. Kontinuität und Wandel

Vor dem Hintergrund der sich wandelnden gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich auch die Nachbarschaftsbeziehungen stark verändert. Das Leben nebeneinander wird zunehmend von Distanz und Anonymität geprägt. Inwiefern Nachbarschaft heute anders ist als noch vor einigen Jahrzehnten, und warum dies vielleicht sogar eine zwingende Notwendigkeit ist, möchte ich im folgenden Beitrag diskutieren.

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Gentrifizierung messen

In den wissenschaftlichen Debatten haftet dem Begriff Gentrification der Ruf eines chaotischen Konzepts an. Unterschiedliche Definitionen, vielfältige Ursachen und jeweils lokal spezifische Erscheinungsformen der Aufwertung lassen den Begriff unscharf wirken und erschweren eine systematische Übersicht über die Befundlage. Diesen Eindruck teilten einige der führenden Gentrification-ForscherInnen in Deutschland, als sie sich im November 2012 in der Thyssen-Stiftung trafen und beschlossen, ein Projekt zum Review der Befundlage in Deutschland zu beantragen. Die Ergebnisse dieses Projekts wurden im März 2018 publiziert. „Gentrifizierung messen“ weiterlesen

Feldforschung in Plovdiv-Stolipinovo

#togehter so heißt das Motto der Kulturhauptstadt 2019, Plovdiv. Die Stadt liegt im Herzen Bulgariens und gehört zu den ältesten Städten Europas. Es leben circa 370.000 Menschen in der Stadt. Der Region geht es, für bulgarische Verhältnisse, gut und zahlreiche Industrieunternehmen sind in und um Plovdiv ansässig. Zu Plovdiv gehört auch der Stadtteil Stolipinovo, in dem rund 40.000 Menschen leben, was rund 20% der lokalen Bevölkerung ausmacht. „Feldforschung in Plovdiv-Stolipinovo“ weiterlesen

Normalitätsverschiebung

Normalität ist nichts Feststehendes, sondern verändert sich durch Diskussionen, Bilder, Narrative, auch mithilfe von social media, schneller als je zuvor. Gegenwärtig erleben wir im Diskurs über Geflüchtete eine merkbare Veränderung dessen, was als akzeptabel gilt oder als normal empfunden wird. Zu beobachten ist eine Normalitätsverschiebung vor allem in Ostdeutschland, was sich u. a. durch eine fehlende demokratische Infrastruktur in Folge von Gebietsreformen, ein bereits bestehendes Vorurteilsreservoir, eine mangelnde Aufarbeitung des Nationalsozialismus sowie Entsicherungs- und Abwertungserfahrungen nach der Wiedervereinigung erklären lässt. „Normalitätsverschiebung“ weiterlesen

Ausgrenzung Geflüchteter. Eine empirische Untersuchung am Beispiel Bautzen

Im Juni 2018 ist meine Studie „Ausgrenzung Geflüchteter. Eine empirische Untersuchung am Beispiel Bautzen“ im VS Verlag für Sozialwissenschaften erschienen. Hierin wird die Frage beantwortet, wie einzelne Kommune zu Orten der Ausgrenzung für Flüchtlinge werden. Dafür habe ich exemplarisch die ostsächsische Stadt Bautzen untersucht, wofür ich sowohl Statistiken, als auch Protokolle politischer Debatten, Medienberichte, teilnehmende Beobachtungen und über 100 leitfadengestützte Interviews mit Bürgerinnen und Bürgern, Geflüchteten, Politikern sowie Vertretern der Zivilgesellschaft und öffentlicher Einrichtungen ausgewertet habe. In diesem Artikel möchte ich einen kurzen Überblick zum Inhalt der Arbeit liefern.

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