Nachbarschaftshilfe in der Corona-Krise

Während die Fieberkurve der Zahlen der Infizierten mit dem Coronavirus täglich dramatisch steigt, die Märkte einbrechen und die politischen Verantwortungsträger im angespannten Krisenmodus arbeiten, scheint es so, als würden Menschen ihre Nachbarn wiederentdecken und solidarisch werden. Bilder von Aushängen für nachbarschaftliche Unterstützung im Quarantänefall machen die Runde, ebenso Medienberichte über Online-Foren zur nachbarschaftlichen Unterstützung im Krisenfall. In diesem Beitrag möchte ich anhand von vier Thesen diese Entwicklung diskutieren, geleitet von der Frage, ob die zu sehende nachbarschaftliche Unterstützung etwas Neues ist und wer von der Solidarität profitiert und wer nicht.

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Gentrification in Deutschland: Befundlage und Forschungsbedarf

Die deutsche Gentrification-Forschung setzt sich aus einer Vielzahl bisher relativ unverbundener Einzelfalluntersuchungen zusammen, die häufig nur einen empirischen Querschnitt im jeweiligen Untersuchungsgebiet abbilden. Längsschnittuntersuchungen finden gar nicht oder in vergleichsweise kurzen Zeiträumen statt. Dieser Mangel an verfügbaren kleinräumigen Individualdaten im Zeitverlauf gerät insbesondere im Hinblick auf Theoriegenese und kausale Erklärungen für den Wandel von Wohngebieten zum Problem. „Gentrification in Deutschland: Befundlage und Forschungsbedarf“ weiterlesen

The Codes of the Street in Risky Neighborhoods: Ergebnisse eines internationalen Forschungsprojektes

An anderer Stelle habe ich von einem laufenden Forschungsprojekt berichtet, welches sich dem Konzept des code of the street bedient. In diesem haben wir gewaltbezogene Normen junger Männer mittels qualitativer Interviews in sogenannten riskanten Stadtteilen in verschiedenen Ländern untersucht und verglichen. Die Ergebnisse liegen nun vor, die ich gerne an dieser Stelle zugänglich machen möchte.

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Ausgrenzung Geflüchteter. Eine empirische Untersuchung am Beispiel Bautzen

Im Juni 2018 ist meine Studie „Ausgrenzung Geflüchteter. Eine empirische Untersuchung am Beispiel Bautzen“ im VS Verlag für Sozialwissenschaften erschienen. Hierin wird die Frage beantwortet, wie einzelne Kommune zu Orten der Ausgrenzung für Flüchtlinge werden. Dafür habe ich exemplarisch die ostsächsische Stadt Bautzen untersucht, wofür ich sowohl Statistiken, als auch Protokolle politischer Debatten, Medienberichte, teilnehmende Beobachtungen und über 100 leitfadengestützte Interviews mit Bürgerinnen und Bürgern, Geflüchteten, Politikern sowie Vertretern der Zivilgesellschaft und öffentlicher Einrichtungen ausgewertet habe. In diesem Artikel möchte ich einen kurzen Überblick zum Inhalt der Arbeit liefern.

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Brauchen wir „Kultur“ zur Erklärung der Integration von Migranten?

Im Rahmen meiner Dissertation beschäftige ich mich mit der standardisierten Messung der Integration von Migranten. Vor diesem Hintergrund unterstelle ich eine objektive Realität, die man als solche auch objektiv messen kann. Demnach versuche ich, mich meinem Untersuchungsgegenstand möglichst unabhängig von meiner eigenen Meinung zu nähern. Dabei ist mir durchaus bewusst: So einfach ist die Welt zumeist nicht und ja, auch statistische Analysen garantieren keine objektiven Erkenntnisse. Dennoch: Wollen wir zuverlässige und generalisierbare Aussagen über Gruppen von Menschen treffen, sind wir auf statistische Auswertungen angewiesen. Zudem sollte man sich zumindest einigen können, worüber man redet, wenn man sinnvoll über ein Thema diskutieren möchte. Wenn jeder unter einem Begriff etwas Anderes versteht, wird eine Diskussion nie zu einem konstruktiven Ende gelangen.

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