Feldforschung in Plovdiv-Stolipinovo

#togehter so heißt das Motto der Kulturhauptstadt 2019, Plovdiv. Die Stadt liegt im Herzen Bulgariens und gehört zu den ältesten Städten Europas. Es leben circa 370.000 Menschen in der Stadt. Der Region geht es, für bulgarische Verhältnisse, gut und zahlreiche Industrieunternehmen sind in und um Plovdiv ansässig. Zu Plovdiv gehört auch der Stadtteil Stolipinovo, in dem rund 40.000 Menschen leben, was rund 20% der lokalen Bevölkerung ausmacht. Der Stadtteil ist zugleich der größte mehrheitlich von Roma bewohnte Stadtteil der Europäischen Union und gezeichnet von hoher und sogar teils absoluter Armut. Von dort aus migrieren relativ viele Menschen, zumindest temporär, nach Deutschland und vor allem in ins Ruhrgebiet. Im April 2019 werde ich mit einer Gruppe von Studierenden der FH Münster Stolipinovo genauer untersuchen.

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Normalitätsverschiebung

Normalität ist nichts Feststehendes, sondern verändert sich durch Diskussionen, Bilder, Narrative, auch mithilfe von social media, schneller als je zuvor. Gegenwärtig erleben wir im Diskurs über Geflüchtete eine merkbare Veränderung dessen, was als akzeptabel gilt oder als normal empfunden wird. Zu beobachten ist eine Normalitätsverschiebung vor allem in Ostdeutschland, was sich u. a. durch eine fehlende demokratische Infrastruktur in Folge von Gebietsreformen, ein bereits bestehendes Vorurteilsreservoir, eine mangelnde Aufarbeitung des Nationalsozialismus sowie Entsicherungs- und Abwertungserfahrungen nach der Wiedervereinigung erklären lässt. „Normalitätsverschiebung“ weiterlesen

Brauchen wir „Kultur“ zur Erklärung der Integration von Migranten?

Im Rahmen meiner Dissertation beschäftige ich mich mit der standardisierten Messung der Integration von Migranten. Vor diesem Hintergrund unterstelle ich eine objektive Realität, die man als solche auch objektiv messen kann. Demnach versuche ich, mich meinem Untersuchungsgegenstand möglichst unabhängig von meiner eigenen Meinung zu nähern. Dabei ist mir durchaus bewusst: So einfach ist die Welt zumeist nicht und ja, auch statistische Analysen garantieren keine objektiven Erkenntnisse. Dennoch: Wollen wir zuverlässige und generalisierbare Aussagen über Gruppen von Menschen treffen, sind wir auf statistische Auswertungen angewiesen. Zudem sollte man sich zumindest einigen können, worüber man redet, wenn man sinnvoll über ein Thema diskutieren möchte. Wenn jeder unter einem Begriff etwas Anderes versteht, wird eine Diskussion nie zu einem konstruktiven Ende gelangen.

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