Wo die AfD erfolgreich ist: Eine Spurensuche

Seit September 2017 sitzt die noch relativ junge Partei, Alternative für Deutschland (AfD), in Fraktionsstärke im Deutschen Bundestag. Viel diskutiert sind ihre rechtspopulistischen Äußerungen, welche häufig von fremdenfeindlichen Argumenten oder Behauptungen geprägt sind. Getragen ist ihr Erfolg durch die Skepsis gegenüber der Aufnahme Geflüchteter und dem Euro. Um aber 12,6 % der Zweitstimmen bei einer Bundestagswahl, welche eine relativ hohe Wahlbeteiligung hatte, zu erreichen, muss sie in der Fläche erfolgreich sein und nicht allein in einigen wenigen Hochburgen. In diesem Beitrag möchte ich, basierend auf empirischem Material aus zwei Feldforschungen zu zwei sehr unterschiedlichen Orten, auf eine Spurensuche gehen, wie diese Wirkung in der Fläche zu erreichen war.

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The Codes of the Street in Risky Neighborhoods: Ergebnisse eines internationalen Forschungsprojektes

An anderer Stelle habe ich von einem laufenden Forschungsprojekt berichtet, welches sich dem Konzept des code of the street bedient. In diesem haben wir gewaltbezogene Normen junger Männer mittels qualitativer Interviews in sogenannten riskanten Stadtteilen in verschiedenen Ländern untersucht und verglichen. Die Ergebnisse liegen nun vor, die ich gerne an dieser Stelle zugänglich machen möchte.

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Nachbarschaft. Kontinuität und Wandel

Vor dem Hintergrund der sich wandelnden gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich auch die Nachbarschaftsbeziehungen stark verändert. Das Leben nebeneinander wird zunehmend von Distanz und Anonymität geprägt. Inwiefern Nachbarschaft heute anders ist als noch vor einigen Jahrzehnten, und warum dies vielleicht sogar eine zwingende Notwendigkeit ist, möchte ich im folgenden Beitrag diskutieren.

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Feldforschung in Plovdiv-Stolipinovo

#togehter so heißt das Motto der Kulturhauptstadt 2019, Plovdiv. Die Stadt liegt im Herzen Bulgariens und gehört zu den ältesten Städten Europas. Es leben circa 370.000 Menschen in der Stadt. Der Region geht es, für bulgarische Verhältnisse, gut und zahlreiche Industrieunternehmen sind in und um Plovdiv ansässig. Zu Plovdiv gehört auch der Stadtteil Stolipinovo, in dem rund 40.000 Menschen leben, was rund 20% der lokalen Bevölkerung ausmacht. „Feldforschung in Plovdiv-Stolipinovo“ weiterlesen

Normalitätsverschiebung

Normalität ist nichts Feststehendes, sondern verändert sich durch Diskussionen, Bilder, Narrative, auch mithilfe von social media, schneller als je zuvor. Gegenwärtig erleben wir im Diskurs über Geflüchtete eine merkbare Veränderung dessen, was als akzeptabel gilt oder als normal empfunden wird. Zu beobachten ist eine Normalitätsverschiebung vor allem in Ostdeutschland, was sich u. a. durch eine fehlende demokratische Infrastruktur in Folge von Gebietsreformen, ein bereits bestehendes Vorurteilsreservoir, eine mangelnde Aufarbeitung des Nationalsozialismus sowie Entsicherungs- und Abwertungserfahrungen nach der Wiedervereinigung erklären lässt. „Normalitätsverschiebung“ weiterlesen

Ausgrenzung Geflüchteter. Eine empirische Untersuchung am Beispiel Bautzen

Im Juni 2018 ist meine Studie „Ausgrenzung Geflüchteter. Eine empirische Untersuchung am Beispiel Bautzen“ im VS Verlag für Sozialwissenschaften erschienen. Hierin wird die Frage beantwortet, wie einzelne Kommune zu Orten der Ausgrenzung für Flüchtlinge werden. Dafür habe ich exemplarisch die ostsächsische Stadt Bautzen untersucht, wofür ich sowohl Statistiken, als auch Protokolle politischer Debatten, Medienberichte, teilnehmende Beobachtungen und über 100 leitfadengestützte Interviews mit Bürgerinnen und Bürgern, Geflüchteten, Politikern sowie Vertretern der Zivilgesellschaft und öffentlicher Einrichtungen ausgewertet habe. In diesem Artikel möchte ich einen kurzen Überblick zum Inhalt der Arbeit liefern.

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Wem gehört die Nachbarschaft?

Ein seit Jahren unbebautes Grundstück im stark nachgefragten Szeneviertel. Eine umfassend sanierte Fassade umringt von Häuser, von denen der Putz herabfällt. Ein leerstehendes Kaufhaus in einer belebten Einkaufspassage. Ein Wohnungsangebot weit unter der ortsüblichen Vergleichsmiete. Immer wieder gibt es Wohnungen, Immobilien und Grundstücke, die in in Anbetracht ihres jeweiligen Umfelds ungewöhnlich erscheinen. Eine mögliche Erklärung kann ein Blick hinter die Kulissen liefern: auf die Eigentümer, deren Handlungsmöglichkeiten und Strategien im Umgang mit Immobilien. „Wem gehört die Nachbarschaft?“ weiterlesen

Code of the Street: Überblick zu einem theoretischen Konzept

Straßenkriminalität und Jugendgewalt gehören zu den Dauerbrennern medialer Berichterstattung sowie gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Diskussionen. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für andere Länder wie z.B. die USA oder Südafrika. Einer der bekanntesten Theorien zur Erklärung von Jugendgewalt ist der sogenannte Code of the Street. Im Folgenden möchte ich einen kurzen Überblick zur Theorie, ihrer Entstehung und ihren grundlegenden Annahmen geben und einige kritische Punkte benennen. „Code of the Street: Überblick zu einem theoretischen Konzept“ weiterlesen

Kollektive Wirksamkeit: Bedeutung und Messung eines einflussreichen Konzepts

Nachbarschaften unterschieden sich in vielerlei Hinsicht, ob nach Größe, Sozialstruktur oder Vertrauen. Letzteres scheint wichtig zu sein, um das Auftreten abweichenden Verhaltes und gar Kriminalität besser zu verstehen. Hierfür hat sich das Konzept der kollektiven Wirksamkeit (collective efficacy) in den letzten 20 Jahren etabliert. In diesem Beitrag möchte ich zum einen eine Definition kollektiver Wirksamkeit besprechen  und zum anderen wie diese üblicherweise gemessen wird. Abschließend wird noch weiterführender Forschungsbedarf zu kollektiver Wirksamkeit benannt.

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CfP: Partizipation, Inklusion und Interessenausgleich in nordrhein-westfälischen Stadtgesellschaften

Auch auf dem diesjährigen NRW-Dialogforum am 23./24. November wird es einen Track im Bereich Stadtentwicklung geben. Nachdem wir uns im letzten Jahr mit den Themenfeldern, Debatten und Strukturen der Integrationspolitik in NRW beschäftigt haben, soll es im kommenden Track um die kommunale Handlungsfähigkeit unter den Bedingungen des Strukturwandels und der sozialräumlichen Polarisierung gehen. „CfP: Partizipation, Inklusion und Interessenausgleich in nordrhein-westfälischen Stadtgesellschaften“ weiterlesen