Akzeptanz abweichenden Verhaltens als Kontexteffekt

In meiner Doktorarbeit habe ich untersucht, wie sozial segregierte Wohngebiete die Normen ihrer Bewohner beeinflussen. Der Beispielsstadtteil war Köln-Chorweiler und die exemplarisch untersuchte Norm die Akzeptanz abweichenden Verhaltens. In diesem Beitrag möchte ich die theoretischen Hintergründe diskutieren, wie Wohngebiete die Normen ihrer Bewohner beeinflussen.
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Diversität und Segregation

In diesem Beitrag möchte ich einen Überblick zum Verhältnis von sozialer Mischung und ethnischer Vielfalt innerhalb von Stadtteilen geben. Denn in den letzten Jahren ist eine immer stärkere soziale Entmischung von Stadtteilen zu beobachten, während sich gleichzeitig die Zuwanderung nach Deutschland diversifiziert hat. Dazu wird zu Beginn auf die soziale Polarisierung in Städten eingegangen.  „Diversität und Segregation“ weiterlesen

Transnationale Orte

Eine der zentralen Erkenntnisse der Stadtforschung in den letzten Jahrzehnten ist, dass Orte nicht mehr ohne ihre Bewohner oder Nutzer gedacht werden sollen. Um die Verbindung zwischen Ort und Mensch zu betonen, hat sich der Begriff Sozialraum eingebürgert. Eine der Konsequenzen daraus ist, dass die Stadtteilzuschnitte eines Bewohners nicht unbedingt mit „Transnationale Orte“ weiterlesen

Segregation und Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt

Ein Gastbeitrag von Moritz Merten (Universität Kassel) 

Wie alle Märkte ist auch der Wohnungsmarkt durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Einem je nach Gemeinde unterschiedlich breit gefächertem Wohnungsangebot stehen die nachfragenden MieterInnen gegenüber. Gerade in Großstädten variiert dieses Angebot stark in Hinblick auf Ausstattung, Lage und Mietpreis. „Segregation und Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt“ weiterlesen

Flüchtlingsunterbringung: Perspektiven der Stadt- und Migrationsforschung

Wer in den letzten Wochen die Zeitung aufgeschlagen, Nachrichten gesehen oder mit Freunden und Familienangehörigen gesprochen hat, der sah sich höchstwahrscheinlich mit dem Thema Flüchtlinge konfrontiert. Die Diskussionen beziehen sich dabei auf die Anzahl der Geflüchteten, wie sie untergebracht und in unsere Gesellschaft integriert werden können oder sollen. „Flüchtlingsunterbringung: Perspektiven der Stadt- und Migrationsforschung“ weiterlesen

Was leisten Ankunftsgebiete für die Stadtgesellschaft?

(Beitrag von Sebastian Kurtenbach & Jan Üblacker)

Wie gut kann man in Deutschland leben? Um dieser Frage nachzugehen kommt Angela Merkel am 25. August nach Duisburg Marxloh, einen Stadtteil im Ruhrgebiet, der zuletzt von der Polizei als No-Go-Area bezeichnet wurde. Offene Bedrohung von Polizeibeamten, Probleme in der gesundheitlichen Versorgung und Bandenkriminalität sind nur einige Probleme, die häufig in einem Atemzug mit Marxloh genannt werden.

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Sprachlandschaft Stadt

Wer die Straßen in Stadtteilen mit einem überdurchschnittlichen Anteil von Zuwanderern durchquert, sieht, neben den Menschen selber, auch andere visuelle Zeichen die zeigen, dass es sich um einen migrationsgeprägten Ort handelt. Die Buchstaben auf Ladenschildern sind in kyrillischer oder arabischer Schrift geschrieben, Werbeanzeigen sind in Sprachen verfasst, die in der Mehrheitsgesellschaft nicht flächendeckend beherrscht werden oder Produkte werden in möglichst authentischer Werbesprache angeboten. Kurzum, die visuell-schriftliche Komposition des Quartiers gibt einen Hinweis darauf, dass sich dort vermehrt Menschen aufhalten, die einen Migrationshintergrund haben. Zugleich ist es ein Indiz dafür, dass es sich bei Stadtteilen in denen vermehrt fremdsprachliche Schilder zu finden sind, um Ankunftsgebiet handelt. Allerdings muss das nicht sein, wie ethnical theme parks wie China Towns z.B. in den USA nahelegen (Bukow 2015). „Sprachlandschaft Stadt“ weiterlesen

Sozialer Wandel westdeutscher Großsiedlungen

Plattenbaugebiete verbindet man eher mit Ostdeutschland oder Osteuropa. Doch in den 1960er und 1970er Jahren wurden auch in den alten Ländern Großsiedlungen gebaut, denn damals herrschte Wohnungsnot. Die Bevölkerung, die zu Beginn in den Siedlungen wohnte, gehörte überwiegend der Mittelschicht an. Heute leben in zahlreichen Großsiedlungen Westdeutschlands eher armutsgefährdete Bevölkerungsgruppen, die Mittelschicht ist weggezogen. Beispiele solcher Entwicklungen sind München-Neuperlach oder Hamburg-Steilshoop. Wie der soziale Wandel verlief, möchte ich im Rahmen dieses Beitrags kurz skizzieren. „Sozialer Wandel westdeutscher Großsiedlungen“ weiterlesen